Eine chinesische Delegation aus Chongqing reiste diese Woche durch Thüringen. Am Mittwochvormittag besuchte sie die AGA Zerspanungstechnik GmbH im Gewerbegebiet Gera-Hermsdorf. Das Unternehmen stellt mit 150 Mitarbeitern Komponenten für viele große Automarken her und ist Mitglied im Interessenverbund „Automotive Thüringen”.

„Die Mitglieder der chinesischen Wirtschaftsförderbehörde wollen die Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland ausloten und aktivieren. Dabei gibt es einige Schwerpunktbranchen, weshalb auch das Netzwerk Automotive, zu dem 100 Unternehmen aus der Fertigungs- und Dienstleistungsbranche Thüringens gehören, eingeladen ist. Wir als Wirtschaftsförderverein Thüringen International verstehen uns als Bindeglied der verschiedenen Akteure“, erklärte Roberto Tamaske, 1. Vereinsvorsitzender.

Sowohl die Gäste als auch das Netzwerk hätten großes Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet. „Beispielsweise gibt es bei uns ein Forschungslabor, in dem unter anderem nachhaltige und intelligente Mobilität getestet werden kann. Die Chinesen zeigten sich sehr interessiert daran, dass der Automotive Verband ein solches Reallabor auch in China aufbaut“, so Tamaske. Vereinsmitgliedern des Wirtschaftsförderverein Thüringen international e.V. sowie Vertreter aus 35 Unternehmen des gesamten Bundesgebietes weilten bereits im September in Peking und Chongqing, um regionale Akteure zu treffen und sich über das Thema Industrie 4.0 auszutauschen.

Mit etwa 82.403 Quadratkilometern ist Chongqing annähernd so groß wie das Land Österreich und damit flächenmäßig die größte Stadt der Welt. In ihr leben mehr als 30 Millionen Menschen.

„Wir sehen vor allem Kooperationspotenzial beim Austausch von Qualitätsstandards im Bereich Automobil- und Werkzeugbau“, so Rico Chmelik, Geschäftsführer des Vereins Automotive Thüringen. Schließlich sei China der Leitmarkt der Automobilindustrie weltweit und der Motorisierungsbedarf dort sehr hoch.

Die AGA Zerspanungstechnik Gera GmbH bot Einblicke in die Produktion, wo Getriebetechnik-Komponenten für namhafte deutsche Autohersteller gefertigt werden. „In der SAMAG Gruppe haben wir als weiteren Bereich den Maschinenbau. Aktuell laufen hier bereits diverse Projekte mit chinesischen Kunden. Nun will man insbesondere in der Region Chongqing verstärkt Automobil- und Lkw-Industrie ansiedeln. Da wiederum wäre unser Maschinenbau in der Lage, bei der Herstellung von Teilen zu unterstützen“, so Geschäftsführer Andreas Nikisch.

Weitere Stationen der chinesischen Delegation waren die Köstritzer Brauerei, Jenoptik sowie R&R Beth-Anlagentechnik Lobenstein.

(Quelle: Ostthüringer Zeitung)